2018 Wir machen nur ein bisschen Theater

Luigi Pirandello (1867-1936) war ein italienischer Autor, der sich die Verselbstständigung des Theaters zum Thema gemacht hat. Seine Stücke konfrontieren das Publikum mit einer neuen Perspektive: Nicht die Geschichte selbst steht im Vordergrund, sondern ihre Inszenierung, das heißt, die Schauspieler, die Interpretation, der Theatersaal, ja selbst die Zuschauer sind Thema des Abends.

Er macht Theater über das Theater. Er möchte das Publikum in Unklarheit darüber lassen, was gespielt und was echt ist und beweist damit, dass letztlich Leben und Theater, Menschen und Rollen sehr nah beieinander liegen.

 

Und was haben wir nun daraus gemacht?

 

Ein Stück Pirandellos, an dem wir uns orientiert haben, trägt im Original den Titel „Heute Abend wird aus dem Stehgreif gespielt.“

Darin lässt Pirandello den „Regisseur“ über den Autor des Stückes folgenden Satz sagen:

„Auf den Plakaten wird sein Name nicht genannt, weil es ungerecht von mir wäre, ihn auch nur ein wenig für das Schauspiel des heutigen Abends mitverantwortlich zu machen.“

Dieses Zitat zeigt uns die Richtung, die er für sein eigenes Werk vorgibt. Wir haben mit seinem Stück gemacht, was er mit dem Theater macht. Wir lassen unsere Schauspieler über sein Stück reden.

Wir versuchen, pirandellesk zu denken: Die Grenzen zwischen Rollen und Darstellern sollen so weit als möglich verschwimmen. Ebenso die Grenzen zwischen Zuschauern und Schauspielern oder auch zwischen Theater und Foyer.

Das Grundgerüst haben wir uns von ihm geliehen. Und dann haben wir damit nach bestem Wissen das gemacht, was Pirandello wahrscheinlich mit einem Stück von Pirandello machen würde…

 

Einige Eindrücke aus der Vorstellung:

Das sagte die Presse dazu:

Unser Plakat

Und hier unser Trailer: